Design follows Function oder SEO schlägt Design?

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Design follows Function oder SEO schlägt Design?

Noch vor wenigen Jahren mussten Webseiten-Betreiber sich entscheiden, ob sie eine schöne oder eine für Suchmaschinen auffindbare Seite gestalten wollten. Funktionen, die in erster Linie für das Auge der menschlichen Leser genutzt wurden, konnten in der Regel von den Robots der Suchmaschinen nicht interpretiert werden. Eine ansprechende Seite wurde damit für automatisierte Programme unsichtbar.

Die Suchmaschinen lesen reinen Text und können gerade so mit HTML-Befehlen umgehen. Überschriften lassen sich damit vom Absatz unterscheiden, jedoch nur, solange der Befehl für die Überschrift nicht durch weitere Angaben über Schriftart Farbe oder andere Gestaltungsoptionen versteckt wird. Webdesigner mussten sich aus diesem Grund darauf verlassen, dass die üblichen Standards das Aussehen der Seite nicht allzu sehr verzerrten. Ein in seinen Anfängen sehr beliebtes Programm für Webdesigner war zum Beispiel Flash, mit dem animierte Seiten nutzerfreundlich und interaktiv gestaltet werden konnten. Doch gerade hier blieb der größte Teil des Inhaltes für die Suchmaschinen unsichtbar. Flash ist daher inzwischen nur noch für die Gestaltung einzelner Seitenelemente oder für die Einbindung von Videos gefragt.

Modernes Design dagegen kann optimal mit den Ansprüchen der Suchmaschinenoptimierung verbunden werden. Einen geradezu perfekten Kompromiss stellt das Design mithilfe des CSS-Systems. Die Grundlagen, die der Webdesigner für die Optik der Seite plant, werden in einer gesonderten Datei gespeichert, während die HTML-Seite selbst in den für Suchmaschinen optimalen Codes programmiert wird. Schriftart und Farben müssen sich seither nicht mehr an den üblichen Standards ausrichten, sondern können individuell passend zum Corporate Design eines Unternehmens gewählt werden.

Ein weiterer Vorteil dieser Form des Webdesigns ist, dass die Seiten ohne großen Aufwand aktuell gehalten werden können. Im Style-Sheet wird das vom Fachmann erarbeitete Design festgehalten und auf alle damit ausgestatteten Seiten angewandt. Eine neue Seite kann somit einfach aus einem Standard-Formular erstellt werden. Wer ein hochwertiges Design kauft, muss also selbst nichts über die Programmierung im CSS-Format wissen. Es muss lediglich in der Programmiersprache HTML der richtige Code für Überschriften und Absätze eingetragen werden. Und sogar diese Arbeit kann dem Betreiber der Seite inzwischen abgenommen werden. Content Management Systeme können mit dem entsprechenden Design gefüttert werden, um die bis auf den Inhalt fertigen Seiten bereits korrekt zu erstellen.

Eine zusätzliche Unterstützung für das Webdesign bietet die Weiterentwicklung der Programmiersprache HTML in ihrer fünften Version. HTML5 kann wesentlich besser als die Vorgängerversion Webfonts, Videos, dynamische Grafiken und interaktive Funktionen unterstützen. Die Browser müssen nicht mehr durch aufwendige Plug-ins erweitert werden, um die Seiten lesbar zu machen. Gleichzeitig werden die Inhalte auch für die Crawler der Suchmaschinen besser einsehbar. Die Entwicklung der Technik bietet den Gestaltern von Webseiten also Freiheiten, die zuvor nur durch Unauffindbarkeit erkauft werden konnten.

Nicht zuletzt ist aber inzwischen der Nutzer selbst zu einem der wichtigsten Entscheidungskriterien der Suchmaschinen geworden. In der Listung verlassen sich die Betreiber von Google und Co. nicht mehr allein auf objektive Kriterien. Da der inhaltliche Wert eines Textes von Programmen bisher noch kaum errechnet werden kann, ziehen die Programme auch das Verhalten menschlicher Leser in ihre Bewertungen mit ein. Eine gute Seite hält die Leser länger als einige Sekunden auf der Seite. Ein zum Suchergebnis passender Inhalt wird auch vermutet, wenn der Leser die Links auf der Seite klickt, anstatt zur Suchmaschine zurückzukehren. Letztendlich kann also das Design der Seite selbst zu einem Faktor für die Suchmaschinenoptimierung werden. Sieht die Seite gut aus, dann fühlen sich die Leser dort willkommen und sind bereit die Inhalte der Seite zu durchstöbern und bei einer Adresse zu verweilen. Und genau dies ist schließlich auch der Zweck eines Online-Auftrittes. Ein Unternehmen kann sich mit dem richtigen Design positiv darstellen und einen guten Eindruck auf zukünftige Kunden machen, was sich letztendlich auch auf den Erfolg des Unternehmens auswirkt.